Villen – wie man sich den Wohntraum erfüllt

Eine Villa zählt zu den exklusivsten Objekten am Immobilienmarkt. Meist befindet sie sich in einer atemberaubenden Lage. Einige Anlagen haben eine einzigartige Geschichte vorzuweisen. All diese Faktoren tragen zur Preisbestimmung bei. Was es über Villen zu wissen gibt, erfahren Sie in diesem Tippgeber!

Was ist eine Villa?

Die Villenkultur reicht bis in die Antike zurück. Eine Villa bezeichnet ein luxuriöses Anwesen, das sich auf dem Land befindet. Bei den Römern war dieser Haustyp sehr beliebt. Reiche Bürger nutzten Villen, um sich vom stressigen Stadtalltag zu erholen.

Heute steht der Begriff Villa für ein freistehendes Haus. In letzter Zeit werden auch gehobene Mehrfamilienhäuser in bevorzugter Citylage als Stadtvillen bezeichnet.

Generell bieten Villen ihren Besitzern reichlich Platz. Das Grundstück fällt relativ groß aus und verfügt über einen imposanten Garten. Besonders exklusive Objekte besitzen sogar eine eigene Parkanlage mit einem Swimmingpool.

Dieser Gebäudetyp wird mit viel Luxus assoziiert. Das zeigt sich an der gehobenen Einrichtung mit wertvollen Möbeln. Manche Immobilien werden aber auch ohne Inventar angeboten.

Als Käufer sollten Sie die Unterschiede zwischen einer Stadtvilla und der klassischen Variante kennen.

1. Stadtvilla

Eine Stadtvilla befindet sich im Zentrum oder an den Randgebieten einer Stadt. In manchen Städten existieren sogenannte Villenkolonien, die eine Ansammlung von Villen in einem Bezirk beschreiben. Derartige Gebiete zeichnen sich durch eine hohe Kaufkraft aus, da die Objektpreise relativ teuer sind.

Das zieht eine wohlhabende Nachbarschaft an. Der Kreislauf des Wohlstands geht jedoch weiter. Zwischen den Gebäuden werden hübsche Parks und weite Alleen errichtet. Es gilt als hip, in dieser Gegend zu wohnen.

Ein Beispiel ist das Bogenhauser Villenviertel bei München. Hier liegen die Grundstückspreise zwischen 5.000 bis 8.500 Euro pro Quadratmeter (Stand 2017). Im gleichen Jahr hat das Maklerbüro Duken & v. Wangenheim eine Villa für 19 Mio. Euro verkauft.

Ein Reiheneckhaus ging in diesem Viertel für 5 Mio. Euro weg. Zum Vergleich: Im benachbarten Denning zahlen Sie nur 2.250 bis 2.600 Euro pro Quadratmeter.

Die Villenviertel besitzen einen repräsentativen Charakter. Ein Objekt in dieser Lage gilt als Statussymbol. In der Regel sind die Zimmer hell und hoch geschnitten. Sie können für Ausstellungen, Konferenzen oder Meetings genutzt werden. Der Außenbereich zeichnet sich durch eine größere Grünfläche aus.

Für eine Feier mit vielen Gästen eignet sich das Ambiente bestens. Deshalb ist eine Immobilie in diesem Viertel für Künstler, Regierungsvertreter und Unternehmer interessant.

 

2. Klassische Villa

Der gehobene Landsitz gilt als klassische Variante. Im Normalfall wohnt eine Familie in diesem Objekt. Anders verhält es sich bei der Stadtvilla. Es ist keine Seltenheit, dass in der städtischen Version zwei bis vier Familien wohnen, abhängig von der Größe der Immobilie. Man könnte auch von einem luxuriösen Mehrfamilienhaus sprechen.

Eine klassische Villa zeichnet sich durch großzügige Räume aus. Bei der Innenausstattung wird auf feine Materialien gesetzt. Zudem haben die Kinder im Garten viel Platz zum Spielen.

Der wichtigste Unterschied ergibt sich aus der Lage und dem Wohnverhältnis.

Möchten Sie ohne Nachbarn wohnen, ist eine Landvilla meist die günstigere Wahl. Spielt Geld keine Rolle, können Sie ein Objekt in Bogenhausen ganz für sich allein erwerben.

 

Wie teuer sind Villen?

Eine Villa zählt zur teuersten Objektkategorie. Die Preise fangen bei hohen sechsstelligen Beträgen an, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Sehr beliebt sind Anlagen aus der Gründerzeit. Darunter versteht man die Zeitspanne von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Börsenkrach von 1873.

Damals fand ein wirtschaftlicher Aufschwung statt, die Eisenbahn bildete hierfür die Grundlage. So konnten sich die Menschen teurere Wohnobjekte leisten. Es entstanden ganze Quartiere mit Villen für das neureiche Bürgertum.

Laut Immobilienscout24 liegt der durchschnittliche Verkaufspreis bei 1,44 Mio. Euro. In diese Statistik wurden Villen mit einem Marktwert von mindestens 750.000 Euro berücksichtigt.

Beliebt sind folgende Villentypen:

  • historische Immobilien mit einer großen Vergangenheit
  • prominente Vorbesitzer treiben den Preis zusätzlich in die Höhe
  • moderne Objekte finden auch einen Käufer, da die Nebenkosten geringer ausfallen

Alte Objekte haben den Nachteil enormer Nebenkosten. Die hellen und hohen Räume sind zwar hübsch anzusehen, aber verursachen entsprechende Heizkosten. Städtische Immobilien kosten meistens mehr, da das Angebot stark begrenzt ist. Zudem kommt die begehrte Lage mit der guten Infrastruktur hinzu.

Villenviertel sind oftmals bestens an die Innenstadt angebunden. Anders verhält es sich auf dem Land. Zwar ist reichlich Platz und eine größere Grünfläche vorhanden, doch das Grundstück hat einen niedrigeren Wert.

Eine Landvilla kann diesen Mangel mit einer malerischen Lage ausgleichen. Befindet sich das Objekt etwa direkt am Bodensee, steigert das den Marktpreis erheblich.

Entwicklung der Marktpreise

Historische Objekte überzeugen mit einer hohen Wertstabilität. Die Anzahl der verfügbaren Villen ist begrenzt. Ein Neubau hat nicht den Charme eines alten Gebäudes. Zugleich besteht eine große Nachfrage nach vorzeigbaren Wohnanlagen. In Deutschland öffnet sich die Einkommensschere immer weiter.

Das ist ein Begriff aus der Wirtschaft, welcher für ein höheres Gefälle zwischen hohen und niedrigen Löhnen steht. Da es immer mehr reiche Menschen gibt, wächst die Nachfrage im Luxussegment an. Dabei nimmt die Villa als besonderes Statussymbol eine Sonderrolle ein. Alle drei Faktoren treiben die Preise für historische Objekte in die Höhe.

Vor allem Stadtvillen befinden sich meist in bester Lage. Deshalb ist in solchen Vierteln tendenziell mit steigenden Preisen zu rechnen. Bei der Landvilla kommt es auf den Standort an. Am Bodensee in idyllischer Lage besteht ein langfristiges Steigerungspotenzial.

In einem ostdeutschen Dorf, das an Einwohnern verliert, könnten die Preise sinken. Ein exklusives Objekt mit einer besonderen Vergangenheit wird aber stets seinen hohen Marktwert behalten.

Aufgrund ihrer Einzigartigkeit gelten Villen als wertstabil. Es kann nur etwas dauern, einen Käufer zu finden. Stadtvillen in der Nähe von begehrten Großstädten wie Frankfurt, Hamburg, München oder Stuttgart verkaufen sich relativ schnell. Eine Landvilla ist schwerer zu veräußern, da es dafür einen Liebhaber benötigt.

Tipp: Villa vermieten

Eine Villa verbindet man mit einem privaten Rückzugsort. Zunächst denken wenige Käufer an eine Vermietung. Und doch setzt sich diese Einkommensquelle verstärkt durch.

Besonders in attraktiver Stadtlage können Sie einzelne Stockwerke vermieten. Einige ältere Villen sind bereits grundlegend auf zwei oder drei Familien ausgerichtet. Jede Wohnpartie hat ihren eigenen Eingang. So kommt es nicht zu Störungen im exklusiven Eigenheim.

Gehobene Anwesen sind als Ferienwohnung geeignet. Hier lassen sich auch ostdeutsche Objekte sehr gut vermieten. In dörflicher Lage können Städter bequem entspannen.

Da erweist sich das kleine Dörfchen mit der hübschen Natur sogar als Pluspunkt. In beliebten Feriengebieten wie Nordsee oder Ostsee können Sie Villen leicht vermieten. Zudem bietet sich eine gewerbliche Nutzung an.

Wo kann ich Villen finden?

Früher wurden exklusive Wohnobjekte unter der Hand vermittelt. Die neuen Eigentümer wollten ihre Anonymität wahren, was die Immobilienmakler respektierten. Deshalb mussten Sie den Makler direkt auf Ihren Gebäudewunsch ansprechen. Es existierten auch keine Aushänge am Schaufenster.

Nur die direkten Nachbarn bekamen von dem Eigentümerwechsel etwas mit. Derartige Villen gibt es noch immer, aber der Verkaufsprozess ist transparenter geworden. Inzwischen können Sie interessante Objekte online einsehen.

Die besten Verkaufsportale:

Kennen Sie bereits den gewünschten Standort? Tippen Sie ihn in Google mit dem Keyword Villa ein. Ein Beispiel wäre “München Villa”. Sehen Sie sich die ersten drei Google-Seiten an. Zu den Ergebnissen zählen auch regionale Immobilienmakler. Manche Villen sind nur dort gelistet.

Checkliste: Kauf einer Villa

1. Objektzustand

Prüfen Sie den Zustand des Wohnobjekts. Wie gut ist das Gebäude erhalten? Um die Nebenkosten besser einschätzen zu können, sollten Sie sich die Fenster näher ansehen.

Häufig sind ältere Objekte eher mangelhaft isoliert. Das gilt auch für den Zustand der Wasserleitungen. Eine Modernisierung kann sehr kostspielig sein. Verzichten Sie darauf, müssen Sie mit hohen Nebenkosten kalkulieren.

2. Modernisierung

Viele Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Das erschwert eine notwendige Sanierung. Die Kosten für ein neues Bad fallen erheblich teurer aus. Zudem müssen größere Flächen freigelegt werden, um an die Leitungen zu kommen. Nehmen Sie einen Sachverständigen zur Besichtigung mit.

3. Notwendige Fläche

Wie groß soll die Villa sein? Die Wohnfläche ist der wichtigste Pluspunkt dieser Objektkategorie. Es kommt darauf an, zu welchem Zweck Sie die Immobilie nutzen wollen.

Einige Käufer möchten sich ein Büro einrichten, um eine Arztpraxis in der Villa zu betreiben. Wer Kinder hat, sollte berücksichtigen, dass diese früher oder später ausziehen. Die Räume lassen sich dann in einen Fitnessbereich umfunktionieren.

4. Nebenkosten

Das Objekt verfügt über eine imposante Garten- und Wohnfläche. Möchten Sie sich selbst um den Garten kümmern? Fehlt es Ihnen an Zeit, müssen Sie vielleicht einen Gärtner einstellen. Eventuell benötigen Sie eine Putzhilfe, die ebenfalls eine gewisse Summe kostet.

Zudem ist mit hohen Energiekosten für die großen Räume zu rechnen. Unter dem Strich kann eine hohe vierstellige Summe pro Monat anfallen! Entscheiden Sie sich für ein Anwesen, das Ihrem Budget entspricht. Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Nebenkosten sind modernisierte Stadtvillen sehr beliebt.

5. Einrichtung

Eine 1-Zimmer-Wohnung ist schnell eingerichtet. Anders verhält es sich bei der Villa. Es sind Möbel für teils über acht Zimmer notwendig! Die Besucher erwarten eine entsprechende Einrichtung.

Sonst sind sie enttäuscht, wenn die Innenausstattung nicht der Immobilie an sich entspricht. Wird das Objekt zu repräsentativen Zwecken genutzt, dürfen Sie nicht am Inneren sparen. Denken Sie auch an diesen Ausgabenpunkt.

6. Zukunftspläne

Ein 15-jähriges Kind sollte in wenigen Jahren ausziehen. Die Zeit vergeht wie im Flug! Das Kinderzimmer wird schon bald leer stehen. Erwarten Sie demnächst einen Dreikäsehoch, verhält sich die Sache anders.

Es ist damit zu rechnen, dass er oder sie mindestens 16 Jahre in der Villa wohnen bleibt. Da lohnt sich auch eine größere Immobilie. Berücksichtigen Sie unbedingt Ihre Zukunftspläne bei der Gebäudeauswahl.

Lohnt sich der Neubau einer Villa?

Vor allem im ländlichen Bereich sind günstige Grundstücke erhältlich. Da könnte man doch eine Villa errichten. Der größte Nachteil älterer Gebäude sind die hohen Nebenkosten. Das Problem lässt sich mit einem Neubau bequem lösen. Zudem könnten Sie ein modernes Gebäude nach Ihren Vorstellungen gestalten.

Leider geht beim Neubau der Charme klassischer Villen verloren. Gerade das Alter zeichnet den bezaubernden Charakter eines Objekts aus. Deshalb suchen viele Käufer bevorzugt nach gebrauchten Anlagen.

Dafür beißen sie in den sauren Apfel und nehmen höhere Nebenkosten in Kauf. Möchten Sie die Villa bis an Ihr Lebensende bewohnen, erscheint ein Neubau durchaus sinnvoll. So können Sie sich Ihre individuellen Wohnträume erfüllen.

Planen Sie einen künftigen Verkauf, ist eine gebrauchte Villa zu bevorzugen. Derartige Objekte lassen sich deutlich leichter verkaufen.

Fazit: Die Villa als Eigenheim

Ältere Villen verursachen höhere Nebenkosten als normale Einfamilienhäuser. Dafür hat ein Neubau nicht den Charme eines historischen Objekts. Das müssen Sie beim Kauf berücksichtigen. Zudem können Sie ältere Anlagen einfacher zu privaten oder gewerblichen Zwecken vermieten.

Villen bieten eine relativ hohe Wertstabilität. Historische Häuser sind eben nur in begrenzter Anzahl vorhanden. Die imposanten Grünflächen sind ein weiterer Pluspunkt. Eventuell müssen Sie jedoch einen Gärtner einstellen. Denken Sie darüber nach, ob Sie eine Stadtvilla bevorzugen oder lieber auf dem Land wohnen möchten.

Treffen Sie eine wohldurchdachte Wahl. Da eine Villa relativ teuer ist, dauert es seine Zeit, bis sich ein Käufer findet. Mit den oberen Tipps können Sie sich den exklusiven Wohntraum erfüllen!

 

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Quellen:

 

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