50000 anlegen – hohe Rendite, niedriges Risiko, das geht doch nicht, oder doch?

Wer 50000 anlegen möchte, sollte die Summe in mehrere Finanzprodukte aufteilen. Experten bezeichnen diese Taktik als Diversifikation. In welche Produkte sollte der Sparer investieren? Ich habe die wichtigsten Anlageklassen unter die Lupe genommen. Im Fokus stand eine attraktive Rendite mit einem geringen Risiko. Gibt es so ein Anlageprodukt überhaupt?

 

Wie soll ich 50000 anlegen?

Die Summe von 50000 Euro ist ein stolzer Betrag. In manchen Städten lässt sich damit eine kleine Wohnung kaufen. Verdoppelt man dieses Geld, kommen stolze 100000 Euro dabei heraus. Und genau hier lauert das Risiko: Viele Sparer denken über diese Gleichung nach und setzen auf eine zu spekulative Geldanlage.

Dabei sollte die Sicherheit des Kapitals im Fokus stehen. Leider lohnen sich Sparbücher oder Tagesgeld kaum noch. Beim Sparbuch können Sie froh sein, wenn Sie mehr als 0,3 % p.a. (per annum, pro Jahr) erhalten. Ein Tagesgeldkonto kann Ihnen immerhin über 1,0 % p.a. bescheren.

Beide Renditen reichen nicht aus, um die jährliche Inflation zu schlagen. Die EZB (Europäische Zentralbank) sieht einen Wert um die 2 % für die Zukunft als realistisch an. Da Sie 50000 anlegen möchten, brauchen Sie eine andere Geldanlage. Wie schneiden Anlageprodukte wie Aktien, Fonds, Immobilien und Co. ab?

 

Physisches Gold als Investment

Bis 2011 befand sich Gold in einem Höhenrausch. Über 10 Jahre stieg das Edelmetall von rund 250 US-Dollar auf über 1.900 US-Dollar pro Unze (31,1 Gramm).

Das entspricht einer Rendite von mehr als 660 %. Seit 2012 ist es ruhig um den Rohstoff geworden. Der Preis hat sich bei circa 1.250 US-Dollar eingependelt und schwankt +/- 200 Dollar um diesen Bereich.

Gold konnte seinen Wert langfristig bewahren. Es behält seine Kaufkraft und trotzt der Inflation. Vor 100 Jahren konnte man für circa 40 Unzen Gold ein Auto erwerben. Heute erhält man für die gleiche Menge (umgerechnet sind das etwa 42.000 Euro) auch ein Fahrzeug.

Bei Währungen sieht die Rechnung anders aus: Der Wagen hätte damals 800 US-Dollar gekostet, aktuell müsste man über 30.000 US-Dollar bezahlen.

Das Edelmetall bietet sich zur Absicherung an. Ein Goldbarren ist allemal besser, als das Geld auf dem Sparbuch zu bunkern. Dort verliert das Ersparte wegen der Inflation konstant an Kaufkraft. Clevere Anleger setzen auf Anlagemünzen wie den Krügerrand (Südafrika) oder den Wiener Philharmoniker (Österreich).

Ich persönlich halte die australischen Lunar I und II Goldmünzen für sehr interessant. Lunar I ist von 1996 bis 2007 erschienen. Seit 2008 wird die Lunar II Serie herausgegeben.

Alle Münzen zeigen Motive der chinesischen Tierkreiszeichen. Die Auflage der 1 Unze Münze ist immer auf 30.000 Exemplare begrenzt. Das erhöht die Chance für eine zusätzliche Wertsteigerung.

Generell kann der Goldanteil eines Depots bei 5 bis 20 % liegen. Mehr sollten es nicht sein, da Gold ein Investment mit größeren Schwankungen ist. Außerdem sollte jedes Portfolio breit gestreut sein. Wer 50000 anlegen möchte, kann meiner Meinung nach zwischen 2500 und 10000 Euro in Gold investieren.

 

Immobilien bieten Sicherheit

Nicht ohne Grund wünschen sich viele Menschen ein Eigenheim. Es bietet eine gewisse innere Sicherheit, da man in den eigenen vier Wänden wohnt. Zudem sparen Sie sich die monatliche Miete und sind von keinem Vermieter abhängig. Wenn Sie 50000 anlegen, sollten Sie auf mehrere Anlegeklassen setzen.

Die Anlage in Immobilien ist von einer Frage abhängig: Besitzen Sie bereits ein Eigenheim? Falls nicht, würde ich einen Teil der Summe als Anzahlung für ein Darlehen nutzen. Hier kommt ein Betrag von bis zu 30000 Euro infrage.

Den Rest können Sie über einen Kredit finanzieren. Daraus ergibt sich ein gewisser “Sparzwang”. Zur Tilgung der monatlichen Raten gehen viele Verbraucher sparsamer mit ihrem Einkommen um. Es findet weniger sinnloser Konsum statt.

Falls Sie bereits über ein Eigenheim verfügen, können Sie in Mietobjekte investieren. Alternativ kommen sogenannte REITs (Real-Estate-Investment-Trusts) infrage. Das sind Unternehmen, die in Immobilien anlegen.

Die Besonderheit: REITs haben einen Steuervorteil gegenüber normalen Aktiengesellschaften, da sie weder Körperschaft- noch Gewerbesteuer zahlen müssen.

Die Körperschaftsteuer ist quasi die Einkommensteuer für Unternehmen. So können die REITs einen Großteil ihrer Gewinne an die Aktionäre ausschütten. Da sie an der Börse gehandelt werden, steht viel Geld für Investments bereit.

Ein Beispiel für einen REIT ist die Realty Income Corporation. Tippen Sie die Wertpapierkennnummer (WKN) 899744 bei Ihrem Broker ein, um diese Firma zu finden. Realty Income zahlt seinen Anlegern rund 0,35 % an Dividende – und das jeden Monat! Eine Dividende ist eine Gewinnausschüttung.

So beteiligt die Firma ihre Aktionäre an den Gewinnen. Pro Jahr macht das eine stolze Rendite von etwa 4,45 %. Es gibt keine Garantie auf künftige Ausschüttungen, jedoch gelten REITs als sichere Geldanlage. Meiner Meinung nach kann man in REITs ungefähr 5-10 % der 50000 anlegen.

 

Aktien, hohe Gewinne bei hohem Risiko

Mit Aktien lassen sich enorme Renditen erzielen. Aber so würde ich keine 50000 anlegen. Es droht der Totalverlust des Geldes. Zuerst müssen Sie sich eine gute Strategie überlegen. Dabei sollten Sie niemals alles auf eine Aktie setzen. Nehmen wir an, dass Sie 30000 in Aktien investieren möchten.

Hierbei handelt es sich nur um ein Beispiel. Die restlichen 20000 Euro streuen Sie auf andere Anlageformen wie Rohstoffe und Immobilien. Ich persönlich würde mit den 30000 Euro ein Depot aus 10-20 Wertpapieren erstellen. Dabei sollte eine Aktie zu nicht mehr als 10 % (also 3000 Euro) gewichtet sein.

Bei der Anlagestrategie können Sie sich an Warren Buffett orientieren. Er verfolgt einen Value-Ansatz. Dabei sucht er nach “werthaltigen” Aktien, die eine gute Marktposition besitzen.

Zudem sollten sie eine stabile Gewinnentwicklung vorweisen können. Die Börsenlegende Buffett bezeichnet solche Konzerne als sogenannte Burggraben-Aktien. Konkurrenten ist es kaum möglich, derartige Firmen vom Thron zu stoßen. Diese Marktstärke stellt den Burggraben dar.

Es ist nicht leicht, die richtigen Aktien zu finden. Ein Finanzlaie kann kaum einschätzen, ob es sich wirklich um eine Burggraben-Aktie handelt. Selbst Experten tun sich mit der Auswahl schwer. 50000 anlegen sollte wohl überlegt sein. Ich persönlich würde höchstens 20 % dieser Summe in Einzelaktien anlegen.

Und dann auch nur in Titel aus größeren Indizes wie dem DAX.

Kurze Begriffsklärung: Ein Index ist eine Zusammenstellung aus Aktien. Er repräsentiert die Wirtschaft eines Landes.

Der DAX steht für den Deutschen Aktienindex. Dort sind die 30 größten Unternehmen des Landes enthalten, wie z. B. die Allianz, BMW und Siemens. Das US-amerikanische Pendant nennt sich Dow Jones. Drei der 30 Aktien sind Apple, Boeing und Microsoft.

Anfänger sollten in ihrem Depot nur Aktien aus größeren Indizes aufnehmen.

 

Der schlaue Weg: auf einen Index spekulieren

Eine Einzelaktie kann sich negativ entwickeln. Sie reißt das ganze Depot in die roten Zahlen. Nehmen wir an, Sie möchten 50000 anlegen. Das Geld steckt in einer einzigen Aktie.

Nun fällt sie um 50 %, was bedeutet, dass sie für eine schwarze Null um 100 % steigen muss. Bei 20 Aktien mit gleicher Gewichtung würde Ihnen ein solcher Kursverlust kaum auffallen. Die restlichen 19 Wertpapiere können die -50 % Aktie mit einem Plus von jeweils rund 2,5 % ausgleichen.

Aus diesem Grund halte ich Indizes für ein cleveres Investment. sollte daher sogenannte ETFs ins Depot aufnehmen. Mit einem Exchange Traded Fund (ETF) können Sie einen Index wie den DAX 1:1 nachbilden. Steigt der DAX um 1,2 %, so gilt das auch für ETF. Er notiert ebenfalls um 1,2 % höher.

ETFs ermöglichen die breite Streuung einer Geldanlage. Mit einem DAX-ETF haben Sie quasi 30 Aktien in Ihrem Depot. Beim MSCI World sind es sogar mehr als 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern.

Apropos DAX: Die historische Rendite des Index liegt bei 8,5 % im Jahr. Waren Sie mindestens 25 Jahre investiert, konnten Sie diese Performance erzielen. Der Dow Jones generierte im selben Zeitraum eine jährliche Rendite von 10,7 %. Dafür mussten Sie die ETFs jedoch langfristig (mindestens 20 Jahre) halten.

 

50000 anlegen: So könnte ein Musterdepot aussehen

Ich habe Ihnen ein beispielhaftes Depot zusammengestellt. Es besteht aus einem Mix an mehreren Anlageklassen. Es soll Ihnen zeigen, wie man 50000 anlegen könnte:

Musterdepot:

  • 20 % DAX ETF (Top 30, Deutschland)
  • 20 % S&P 500 ETF (Top 500, USA)
  • 20 % MSCI World ETF (über 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern)
  • 10 % MSCI Emerging Markets ETF (über 800 Aktien aus 24 Schwellenländern)
  • 10 % REITs (Immobilien)
  • 10 % Lunar II Goldmünzen (Rohstoffe)
  • 5 % Münchener Rück (Aktie mit hoher Dividende)
  • 5 % Boeing (Burggraben-Aktie)

 

Das Musterdepot stellt keine Anlageempfehlung dar, es besteht keine Garantie auf Kursgewinne. Theoretisch sind auch Verluste möglich. Es soll lediglich der Anschauung dienen. Meiner Meinung nach bietet es Ihnen eine ausgewogene Geldanlage.

Das Risiko ist relativ niedrig, dafür sind Renditen von 5 bis 10 % im Jahr möglich. Wichtig ist nur, dass Sie mindestens 10 Jahre investiert bleiben. Es handelt sich um ein langfristiges Anlagekonzept. Das sollten Sie unbedingt beachten, wenn Sie 50000 anlegen.

 

Fazit: Ein runder Anlagemix überzeugt

Sparer, die 50000 anlegen möchten, sollten auf eine breite Streuung setzen. Besonders Aktien, ETFs, Goldmünzen, Immobilien und REITs halte ich für lukrative Anlageklassen. Durch die hohe Diversifikation sind Sie vor Totalverlusten geschützt. Es ist eher unwahrscheinlich, dass alle Finanzprodukte in die roten Zahlen stürzen.

Bezogen auf die Überschrift, lautet mein Schlusswort: Ja, eine hohe Rendite bei einem niedrigen Risiko ist möglich. Dafür müssen Sie nur die Kunst der Diversifikation in Ihrem Depot umsetzen. Eine Garantie für positive Erträge gibt es nicht. Langfristig bietet Ihnen diese Taktik jedoch die Chance auf potenzielle Kursgewinne.

 

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